Faust

Die Grenzen von Wissenschaft, die Hinwendung zu Magie und Kult, das Streben nach Macht: Goethes „ Faust“ reduziert auf ebendiese Grundaussagen in einer Art überdimensionalem Videoclip, der gleichzeitig den großen Dichter seiner Worte beraubt. Diese Vorstellung impliziert das Unmögliche. Ja, scheint fast ein Sakrileg an dem Herzstück deutschen Kulturgutes. Und doch.....
Die Compagnie Mimodram ging dieses Wagnis ein und der Erfolg bei Publikum und Presse gibt Ihnen recht. Frenetischer Applaus, minutenlange Standing Ovations, überbordende Headlines in den Feuilletons. Mimodram lockte tausende Zuschauer mit seiner Version von Goethes Faust in das Theater. Auf Festivals, Sommerbühnen und Gastspielen in aller Welt.

Die große Liebesgeschichte zwischen Faust und Gretchen, der Pakt mit dem Teufel, die Walpurgisnacht .... In einem Zusammenspiel aus atemberaubender Tanztechnik, ausgefeilter Mimik gepaart mit sorgfältigster Musikauswahl und einer effektvollen Lichtregie schaffen die Künstler faszinierende Zauberbilder .

Rasante Tanzszenen im Wechsel mit Slow-Motion-Sequenzen zu den Klängen von Vivaldi, Depeche Mode, der Carmina Burana und Michael Jackson ziehen den Zuschauer mitten in das Geschehen: der Tanz der Höllengeister, das Brauen des Zaubertranks, Mephistos diabolische Genugtuung, ein ätherisches Gretchen auf dem Weg ins Jenseits. Hier wird die Tür zu einer neuen Theater-Dimension aufgestoßen: Goethe seiner Worte beraubt, um Fausts Geschichte durch eine beredte Körpersprache einen neuen Ausdruck zu verleihen.

 

Die Choreographie setzt den Zuschauer zwischen permanenter Bewegung und eingefrorenen Standbildern ständiger Spannung aus, lässt ihn die aufregende Gefühlswelt zwischen Verzweifelung, Liebe und Wahnsinn körperlich erleben.

Ohne Bühnenbild und unter minimalen Einsatz von Requisiten entsteht hier in einer choreographischen und tänzerischen Meisterleistung ein faustisches Tanztheater von brennender Intensität.

 

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